TRAINIEREN STATT KASTRIEREN!!!

Rüden die gerade in einer Phase des Erwachsenwerdens stecken können die Pest sein. Aber so ist das auch beim Menschen. Die Hormone drehen gerade durch. Der Hund aber auch der Mensch sind in einer sehr sensiblen Phase in der alles ausgetestet wird. Das Ausloten von Grenzen müssten wir eigentlich alle kennen. Und doch wird so viel missverstanden. Ein Hund der hoch im Trieb steht wird deutlichere Signale brauchen, als ein eher gemütlicher Genosse. Die hohen Trieblagen haben auch den Nachteil, dass der Hund in einer Phase steckt, wo er nicht immer ansprechbar ist. Der Hund wirkt unsteuerbar – was er auch im Endeffekt ist.

Es stimmt kastrierte Hunde sind steuerbarer. Die Hormone steuern den Körper, den Kopf und den Trieb. Wobei ich nicht nur den Sexualtrieb meine. Der Jagdtrieb z.B. ist bei Hunden die direkt nach Eintritt ins Erwachsenenalter kastriert wurden wesentlich niedriger. Die Hunde wirken im Allgemeinen „gemütlicher“ und durch die niedrigere
Trieblage steuerbarer. Aber das ist nur ein Querschnitt aller kastrierten Hunde. Es gibt auch Hunde, bei denen die Kastration gar nichts bewirkt – es gibt für nichts im Leben eine Garantie.

In erster Linie ist eine Kastration eins: Ein chirurgischer Eingriff, der immer ein Risiko sein wird. Nicht alle Hunde überstehen einen chirurgischen Eingriff. Viele sterben auf dem OP-Tisch oder während der Aufwachphase. Also es ist nicht damit getan, dass man den Hund zum Tierarzt gibt und dann ist alles prima. Nein das ist es auch dann nicht, wenn der Hund die OP unbeschadet übersteht. Das endokrine System des Hundes ist ein empfindlicher Organismus. Die Folgen muss leider der Hund und nicht der Halter tragen.

Warum ich das erzähle?

Weil ich will, dass die Welt erfährt, das eine Kastration nicht unbedingt alle verhaltensbedingten Probleme beseitigt. Viel mehr birgt sie ungeahnte Risiken, über die wir als Hundehalter selten von Tierärzten und Hundetrainern aufgeklärt werden. Viele Hundetrainer trainieren heute mit neuen „gewaltfreien“ Methoden. Wenn sie mit einem Hund mit ihren Methoden nicht weiterkommen empfehlen sie fast immer die Kastration, weil dann der Hund aufgrund der runtergefahrenen Hormone, und damit auch einer niedrigeren Trieblage, ansprechbarer ist.

Gerade bei Rassen, die von sich aus triebstark sind, muss man anders arbeiten. Leider wird das oft übersehen. Stur wird an Trainingsmethoden festgehalten. Damit ist dann das Schicksal des Hundes besiegelt. Dabei geht es anders. Starke Hunde – wie div. Arbeitsterrier-Rassen,  brauchen einen starken Menschen mit ebenso starken Willen. Beim Terrier im Allgemeinen trifft zu: Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Fakt ist, es sind Hunde die es in der Jagd mit Raubwild und mit Wildsauen zu tun haben. Ein Beispiel:
Beim letzten Tierarzt-Besuch ließ ich Mika gegen Tollwut impfen. Als meine Tierärztin die Nadel ins Fell jagte, zeigte er überhaupt NULL Reaktion. Er hat nicht mal mit der Wimper gezuckt. Und so einen Hund, soll man mit Samthandschuhen anfassen??

Viele wissen nicht, dass die Entnahme von Organen (dazu gehören auch Geschlechtsorgane) gesetzeswidrig ist. Warum wird trotzdem kastriert?
Das Problem ist leider: Das Thema Kastration liegt in einer gesetzlichen Grauzone,
da der Gesetzestext nur schwammig formuliert ist.

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Kastrationen sind für Tierärzte lukrativ. Dadurch, dass Kastration in den Hundeschulen als Allheilmittel propagiert wird, reißt der Strom nicht ab.

Andere Wege
Wer im Hundetraining andere Wege geht und nicht die ausgetretenen Pfade mitläuft, der wird schief angeschaut und denunziert. Man wird als Tierquäler betitelt obwohl die wenigsten Ahnung haben von dem was man mit seinen Hunden tut. So erging es mir schon oft, dass „Bekannte“ sich von mir abgewandt haben. Sie ließen sich von ihrem halbstarken Rotzlöffel von Terrier anknurren. Das ist nicht mein Fall. Ich möchte meinen Hund auf den Arm nehmen können ohne das er mir am Arm hängt.

 

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Hundeknigge

Die Idee einer Hundeknigge bzw. einem Leitfaden für Hundehalter kam mir, als ich mit meinen Hunden unterwegs war. Ich beobachte für mein Leben gerne andere Hundehalter. Was nicht heißt, das meine Hundehaltung perfekt ist. Um Gottes Willen! Da gibt es noch einiges zu tun und zu lernen. Wichtig ist immer: Wir müssen nicht alles perfekt können, aber wir müssen den Willen dazu haben an uns und unserem Hund zu arbeiten. Einen Leitfaden für gutes angebrachtes Verhalten bietet in meinen Augen einen guten Anfang dafür.

Wenn wir von Hundeknigge sprechen, dann meine ich keine Benimmregeln im klassischen Sinne. Viel mehr ist es ein Leitfaden für Sie als Hundehalter. Er soll Ihnen helfen das Richtige zu tun.

Knigge für Hunde und deren Halter

  1. Das Anstarren eines Kontrahenten

    Dies ist eine Drohgebärde eines anderen Hundes gegenüber. Frei übersetzt bedeutet es: Komm her ich hau Dir eins aufs Maul! Dies lässt sich durch Eingreifen vermeiden. UNTERBINDEN SIE DIESES BENEHMEN!

  2. In die Leine springen beiHundekontakt

    Auch dies sollte sofort unterbunden werden. Dies zeigt das ihr Hund an der Leine anderen Artgenossen gegenüber aggressiv ist.

  3. Leinenpflicht

    Die Leinenpflicht gilt wo sie ausgeschrieben ist (Naturschutzgebiete, etc..) Die Leinenpflicht gilt vor allem für Hunde, die nicht abrufbar sind. Wenn Ihr Hund frei läuft, und ein Fußgänger oder fremder Hundehalter Sie bittet, den Hund anzuleinen, ist dem schon aus Rücksicht und Anstand folge zu leisten.

  4. Hundetreffen an der Leine

    Absolutes No Go! Stellen sie sich nur folgende Situation vor:
    Ihr Hund gerät mit einem anderen Hund aneinander und beide Leinen verheddern sich zwischen den Hunden. Keiner der Hunde kann ausweichen. Schlimme Bissverletzungen sind vorprogrammiert. Bei solchen Zwischenfällen gab es auch schon Tote!

  5. Flexileinen

    Just one Word: Trash! Flexileinen sind in manchen Situationen praktisch. ABER: Sie geben einem noch lange nicht das Recht Gehirn und Aufmerksamkeit auszuschalten.
    Leider passiert das all zu oft. Die Menschen sind unaufmerksam und überlassen den Hund sich selbst. Hunde spüren wenn wir präsent sind oder wenn wir träumen! Gerade Flexileinen können bei unachtsamkeit brandgefährlich sein. Viel besser: Laufen Sie mit ihrem Hund an der kurzen Leine und üben sie auf ihrem Weg ein paar Dinge wie Sitz, Platz oder Bleib auf Distanz.

  6. Wildlife

    Zeigen Sie Respekt gegenüber anderen Lebewesen. Gerade zur Brut- und Setzzeit von Ende März bis Ende August sollten sie ihren Hund nicht in gekennzeichneten Gebieten laufen lassen. Dies gilt vor allem dann, wenn mit Wildkontakt zu rechnen ist. In vielen Kommunen gibt es nach wie vor Schäfer die ihre Herden auf öffentlich zugänglichen Wiesen grasen lassen.

Now you!!
Unsere Hundehalter-Knigge ist noch recht kurz. Was ist Eurer Meinung nach das A&O eines angemessenen Verhaltens in der Öffentlichkeit? Wir freuen uns auf viele Meinungen.

Use your common sense!

Use your common sense heißt so viel wie: „Benutze Deinen gesunden Menschenverstand“.

Dieser scheint jedoch nicht mehr „IN“ zu sein. Angesichts dessen, wie Hundehalter mit ihrer  Umwelt und ihren eigenen Hunden umgehen muss man davon ausgehen.

Zuerst wurde  der allgmeine Anstand so gut wie abgeschaft. Rücksichtnahme auf andere Hundehalter und Nichthundehalter fiel dem Egoismus zum Opfer überall und zu jeder Zeit mit seinem Hund tun und lassen zu können was man will. Da geht man als Normalo mit seinen Hunden spazieren und will eigentlich seine Ruhe haben, aber da kommt immer jemand, der quer schießt.  Zuletzt waren es zwei Hundehalter die sich mitten in den eh schon schmalen Weg stellten und ein Schwätzchen hielten, während der Hund des einen an der Schleppleine hing und beim Anblick meiner Beiden in das Niggeloh-Geschirr sprang, durfte der Hund des anderen frei rum laufen und fremde Leute mit ihren Hunden bedrängen. Der junge Rüde (ich schätzte ihn auf ca. 1,5 Jahre) ging fixierend auf uns zu. Während ich versuchte meine Beiden zu blockieren, rief ich seinem Besitzer zu, er möge seinen Hund an die Leine nehmen. BITTE. Es kam keine Reaktion. Meine Beiden Rüden blockierend ging ich wie auf Eiern vorbei. Der junge Rüde verfolgte uns noch eine Weile während Herrchen weiter Schwätzend keinen Finger krumm machte. Ein paar Mal kam er von hinten. Ich ging mehrmals auf den Rüden frontal zu, um ihn von meinen Hunden fern zu halten. Irgendwann hat er es kapiert und zog davon.

Sollten sie sich jetzt fragen, WARUM ich meine Hunde vor fremden Hunden in Schutz nehme, dann bitte stellen sie sich selbst folgende Frage:

„Hat mein Hund Probleme mit anderen Hunden und/oder reagiert agressiv an der Leine gegenüber fremden Artgenossen?“ Wenn Sie ihre Frage mit „Ja“ beantworten, dann haben Sie selbst verpasst einzugreifen.  Leinenagression ist ein echtes Problem, das oft von schlechten Erlebnissen kommt, die der Hund mit fremden Artgenossen gemacht hat. Die fremden Hunde wollen nicht immer spielen. Oft werden Hunde fies gemobbt während der Mensch denkt: „ach die spielen ja putzig“. Leider ist dies für das menschliche Auge nicht immer ersichtlich. Leider. Wir beurteilen Situationen leider oft falsch. Erst mit der Zeit kommt man zur Erkenntnis, was wir unseren Hunden eigentlich angetan haben. Diese Erkenntnis kommt erst dann, wenn wir entweder genau beobachten oder wenn es uns jemand sagt der wirklich Ahnung hat.

Hier kommen jetzt die  Hundeschulen ins Spiel, die munter Welpen-, Jung-, und Erwachsenenhundespielstunden anbieten. Und jetzt für alle, die es nicht wussten eine erschreckende Erkenntnis: Nein der Hundetrainer/Verhaltensherapeut ihres Hundes weiß noch längst nicht alles. Es gibt leider kein standardisiertes Ausbildungsverfahren für Hundetrainer. Die Ausbildungsinstitutionen sind sehr unterschiedlich. Manche informieren ihre Studenten nur über das Gröbste. Andere wiederum stellen namenhafte Dozenten an, die ihr Geld seit Jahren damit verdienen Hunde- und Hundeartige zu erforschen. Solche Ausbildungen sind in der Regel sehr teuer und dauern über mehrere Jahre hinweg. Zusätzlich gibt es noch jene Hundetrainer, die ihren Trainerschein über Hundevereine gemacht haben. Idealerweiße wird die Ausbildung von einigen Verbänden gestützt, was aber nicht zwangsläufig heißt, dass die Ausbildung gut ist. Auch hier muss man sich als Hundehalter auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen. Rein theoretische Ausbildungen, haben leider den Nachteil, dass einfach die Praxiserfahrung fehlt. Es gibt leider viel zu wenige Hundetrainer die wirklich gut beobachten und dann auch eingreifen. Das einzige was einem Hundetrainer wirklich hilft ist die Erfahrung und die kommt nun mal durch das Leben mit Hunden. Im Großen und Ganzen sind wir auf uns selbst angewießen. Also ist es Zeit, dass wir unseren Instinkt arbeiten lassen, denn der hilft uns am allerbesten dabei zu erkennen was richtig oder falsch ist.

Instinkt, Respekt und die Beobachtungsgabe sollten dabei helfen den Hund zu verstehen. Es kommt nicht von heute auf morgen aber irgendwann wird der Knoten aufgehen.