Erfahrungen mit Hundetrainern Teil I

Die ersten Erfahrungen machten wir mit einer Hundetrainerin die u.a. am Tierheim Nürnberg arbeitet. Ich wollte meinem Hund die Möglichkeit geben außerhalb des eigenen Rudels andere Hunde kennenzulernen. Das einzige was wir aus dieser Erfahrung mitgenommen haben war ein Zwingerhusten.

Damals dachte ich Mika braucht die Anwesenheit fremder Hunde. Er hatte ja „nur“ Finn. Im Nachhinein war es eine Schnapsidee. Die Spielstunde fand am Tierheim Nürnberg in abgetrennten „Pferchen“ statt. Es waren ca. 10-15 Hunde unterwegs. Zwei Hundetrainer waren dort um die Lage zu „kontrollieren“.

Nachdem ich Mika mit in den Pferch genommen hatte erkannte ich meinen eigenen Hund nicht mehr. Er benahm sich total daneben und begann damit andere Hunde zu besteigen. Das Verhalten wurde von den Trainern sofort als „sexuell motiviert“ eingestuft. Klar benahm er sich daneben – das gebe ich zu. Die Situation war total chaotisch. Hunde verschiedener Größen wurden zusammengewürfelt. Es ging hektisch zu. Herrchen und Frauchen standen in der Gegend herum ohne sich großartig um ihre Hunde zu kümmern. Einige Hunde hatten vorher wohl keinen Auslauf, weil sie die Gehege voll kackten und ihre Energie an Artgenossen ausließen. Zum Glück für die Trainerin, dass nichts passier ist. Bei einer dieser Begegnungen zeigte man mir einen kastrierten Parson Russell, welcher ansprechbar war. Ein Wink mit dem Zaunpfahl. Die Trainerin kannte meine Meinung über Kastration.

Der Höhepunkt des Ganzen war die Begegnung mit einem anderen Trainer der scheinbar fürs Tierheim Nürnberg arbeitet und der wohl der Mentor „unserer“ Trainerin war. Er hatte seinen alten Mali-Rüden im Gehege gegenüber. Er beobachtete Mika kurz und bevor er was sagen konnte war er schon auf dem Weg mit Mika unterm Arm zu seinem Rüden. Beide Pferche wurden durch einen Maschendrahtzaun getrennt. Starr vor angst beobachtete ich die Szene. Der Typ erklärte mir dann locker, dass sein Hund alt ist und das er eh keine Zähne mehr hat und dass sein Hund meinem mal Respekt beibringt. Ich muss sagen ich war wirklich starr vor Angst, so dass ich erst mal nichts raus brachte, fragte mich aber innerlich, ob der Typ nicht alle hat. Gut es ist nichts passiert, aber was soll das? Danach erklärte bzw. prophezeite er mir, dass ich mit ihm eines Tages großen Ärger haben werde und das die Eier einfach weg müssen. Danach würde er sich beruhigen.

Erschüttert von diesem Erlebnis ging ich nach Hause und telefonierte erst mal mit meiner Züchterin. Sie fragte mich ganz ruhig, was ich mir von solchen Hundespielstunden verspreche. Der Gedanke war, Mika etwas Abwechslung zu bieten. Ihm mit anderen Hunden zusammen zu bekommen, da er einmal schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Die ganze Aktion hätte alles verschlimmern können. Ich ließ mir Zeit darüber nachzudenken, warum mein Hund sich so dermaßen daneben benommen hat. Dann startete ich einen Versuch: Wir nahmen an privaten Gassigruppen teil. Zuerst drei Hunde, dann vier und dann sieben Hunde. Die Theorie der Trainer war ja, dass sein Verhalten sexuell motiviert war. In der kleinen Gassigruppe waren Hündinnen, Rüden und auch Kastraten. Die Anfangsphase war etwas heikel, da man sich einander abgecheckt hat. Jedes Mal waren andere Hunde dabei. Nach jedem ersten „Check“ war mein Hund aber ganz normal ansprechbar und auch abrufbar. Warum das auf einmal?

Die Antwort:
– Das Treffen fand nicht in einem „Pferch“ statt wo Hunde durch die Gegend schießen.
– Das Umfeld war ruhig.
– Es war genug Platz zum Ausweichen da.
– Die Halter konzentrierten sich auf ihre Hunde
– Wir waren alle in Bewegung, blieben nicht stehen.

Fazit:
Das Verhalten war stressbedingt und nicht bedingt durch einen zu hohen Testosteronspiegel. Was ich mir schon dachte, denn im Rudel gab es keine Probleme mit Besteigen oder Bedrängen.

Warum kann es also zu solch einer Fehleinschätzung kommen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Als Hundetrainer sollte man voreilige Schlüsse vermeiden. Den Hund in unterschiedlichen Situationen beobachten bevor man sich zu einem Schluss hinreisen lässt.

Wieviele Menschen glauben einer solchen Einschätzung?! Es sind nicht wenige, die auf Hundetrainer hören. Die meisten nehmen alles für bare Münze was man ihnen sagt. Dabei ist selbst mitdenken so wichtig. Man sollte schon ein Gefühl für seinen Hund haben um einschätzen zu können ob das alles richtig ist, was die sagen. Man darf sich nicht darauf verlassen. Mitdenken ist gefragt.

Etwas später habe ich selbst angefangen, Menschen mit ihren Hunden zu beraten. Wenn auch nur in kleinem Rahmen, so hab ich immer darauf geachtet nie vorschnell ein Urteil zu fällen. Das was man in einer oder zwei Stunden sieht ist nur ein kleiner Prozentsatz dessen was wirklich los ist. Oft ist das Bild dadurch verfälscht, dass sich die Hundehalter anders benehmen als sonst.

Aus Zeitgründen habe ich aufgehört andere Menschen mit ihren Hunden zu beraten, aber ich bekomme von einigen immer noch Anrufe oder Mails. Manche von ihnen, haben andere Hundeschulen besucht, nach dem ich aufgehört habe. Ihnen geht es jetzt genauso wie mir damals.

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New Dog in Town

wie sucht man einen Hund aus? Das habe ich mich auch schon des öfteren gefragt. Es gibt kein Patentrezept, weil jeder anders ist. Ich kann nur von mir berichten…

Finn zu finden war Zufall. Eine Bekannte hatte ihn zuerst gesehen. Wir waren nach der Suche auf einen Hund und er hat mir sofort gefallen. Seine Ausstrahlung hat mich sofort angesprochen. Es war ohne ihn zu sehen beschlossene Sache. Mit Finn hatten wir großes Glück. Gerade bei Parson Russells gibt es zu weilen sehr giftige Exemplare. Mit Finn verbrachten wir vier Jahre. Genügend Zeit einen Hund einschätzen zu können. Finn ist souverän, lässt sich selten auf Streitereien ein und „paddelt sein eigenes Kanu“. Ein Hund den sich viele wünschen könnten. So einen Hund sollte jeder haben, dann gäbe es weniger Ärger. Aber es ist auch vieles Erziehung.

Lange hatten wir keine genaue Vorstellung von einem Zweithund, bis wir Mikas Onkel getroffen haben. Damals traf ich schon innerlich eine Entscheidung. Und es war richtig so! Mikas Onkel war als Junghund auf der Cacib Nürnberg 2012 einer der wenigen Hunde, die sich anständig benommen haben. Vielleicht sogar der Einzige. Er fiel mir auf, weil er locker in Frauchens Arm lag und den „Herrgott einen guten Mann“ sein ließ. Schon allein von der Optik stach er heraus. Ein Jahr verging und Sullivan war für mich immer noch Thema. Der Wunsch nach einem zweiten Hund wurde größer. Finn war ja schon 4,5 Jahre alt. Also genau das richtige Alter um sich an einen zweiten Hund zu gewöhnen.

Da es von Sulli keine Nachkommen gab, aber von seiner Schwester, haben wir uns entschieden aus dem Wurf von Magic und Gripper einen kleinen Rüden zu nehmen. Diese Entscheidung habe ich nie bereut und werde sie auch nie bereuen. Mika ist genau richtig. Er ist anders wie Finn. Weniger eigenständig und mehr anhänglich. Ein kleiner Clown, der einfach Spaß macht. Man muss den kleinen Mann lieben, lieben, lieben. Ein Charakterhund von vorne bis hinten.

Dabei war er nicht der einzige im Wurf, der mir gefiel. Es gab zwei Rüden im Wurf, die in Frage gekommen wären. Bevor ich die beiden live sah, schwankte ich hin und her. Erst als wir bei unserer Züchterin waren und beide sahen und beobachten konnten, konnte ich mich langsam entscheiden. Einfach war es nicht. Beide waren vielversprechende, kleine Rüden. Das Bauchgefühl entschied sich für Alfalfa. Da gab es nie etwas zu bereuen. Gerne hätte ich beide genommen, aber zwei gleichaltrige Rüden und ein erwachsener Rüde…ob das gut gegangen wäre. Ich hoffe Ayman geht es gut.

Ich hab mich immer auf mein Bauchgefühl verlassen und hab es nie bereut. Mika und Finn gehören zu uns. Sie sind ein Teil von uns. Unwiderruflich.

Raumteilung

Wir teilen unseren Lebensraum mit vielen Anderen. Das bedeutet Rücksicht zu nehmen und respektvoll miteinander umzugehen. Gerade in Ballungsräumen ist man darauf angewiesen.

NERFÜ

Im Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen leben ca. 3,5 Millionen Einwohner. Wieviele von ihnen Hunde besitzen, kann man nur erahnen. Wir wissen nur eins: Innerorts ist kaum Platz für die Vierbeiner. Hundewiesen, Gassigehstrecken und Wälder sind fast immer stark belebt. Vor allem im nähren Vororten. Man hat im Grunde kaum Ausweichmöglichkeiten, wenn man mal seine Ruhe will, oder wenn man im Rudel unterwegs ist und Konfliktsituationen gerne aus dem Weg gehen möchte.

Wir haben im Grund das gleiche Problem wie der Ruhrpott. Mehrere Orte auf einem Fleck. Hundemenschen die Ihre Ruhe suchen, werden wohl kaum Ihren Wohnort direkt in Nürnberg, Fürth oder Erlangen suchen. Die, die keine andere Wahl haben und im Wespennest wohnen müssen, suchen ihre Ruhe in den Wäldern der angrenzenden Ortschaften die zu den Landkreisen gehören (Also nicht mehr zur Kommune der Stadt) Auch wenn man irgendwo Außerhalb Gassi geht, so ist man in den seltensten Fällen alleine. Diejenigen, die es sich leisten können, in den ruhigeren Vororten zu wohnen haben zwar das Problem, dass die Städter zu ihnen aufs „Land“ kommen, aber sie haben auch das Privileg, das naheliegende Umland zu nutzen und auszuweichen.

Egal wo man ist; überall ist Rücksicht, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein sehr rar gesät. Auch auf dem Land. Jeder macht von seinem Recht Gebrauch, zu tun und zu lassen was ihm gefällt. Ob es den Mitmenschen passt oder nicht. Ob die Mitmenschen mit den Folgen von Selbstsucht und Ignoranz zurechtkommen, oder nicht.

Es wäre so einfach, ein paar simple Regeln zu befolgen. Bei fremden Hundekontakt den Hund an die Leine zu nehmen oder zumindest VORHER zu fragen, ob hündischer Kontakt gewünscht ist. Wenn man als Ruhesuchender einfach seine Ruhe will und Konflikten aus dem Weg geht, dann ist man oft der Dumme. Im wahrsten Sinne. Meist erntet man Unverständnis, wenn man den Gegenüber darum bittet, dass er seinen Hund anleint. Sehr oft erntet man aber auch dumme Sprüche oder sogar Beleidigungen. Viele von diesen ignoranten, dummen Menschen können sich nicht vorstellen, dass es Hunde gibt, die nicht spielen wollen. Das es Hunde gibt, die sensibel auf negative Erfahrungen reagieren. Aber: das noch schlimmere an dieser Geschichte ist, dass sie nicht nur keine Rücksicht auf Andere nehmen, sie bringen auch ihre eigenen Hunde in Gefahr und zeigen ihrem eigenen Hund damit, dass sie nicht souverän genug sind, ihn zu leiten.  Diese verantwortungslose Einstellung ist Brutstätte vieler Probleme.

Die Hundeschulen sind voll von solchen Hunden, die einen Treffer weg haben, weil sie durch solche Begebenheiten „traumatisiert“ sind. Offensichtlich schaffen es die wenigsten Hundeschulen, dass Hunde ihr Trauma los werden. Im Gegenteil- meist verstärkt sich das Problem nur noch mehr. Was die Ursache dafür ist, kann man sich vorstellen. Viele Hundeschulen kommen nicht zurecht weil sie in ihren Trainingsmethoden unflexibel sind. Man kann ein Weichei nicht mit den gleichen Methoden trainieren wie einen starken Hund – und andersrum genauso. Oft werden die richtigen Ansätze nicht gefunden. Hundeschulen meinen dann immer, es ist dem Hund damit geholfen, dass er an einer Hundespielstunde teilnimmt. Das macht es nicht besser, sondern meist noch schlimmer.  Aber es sind nicht immer die Hundeschulen schuld. Es sind auch die Besitzer selbst, die nicht erkennen, was ihr Hund braucht, oder sie können gelerntes nicht umsetzen, weil sie in ihren eigenen Verhaltensmustern gefangen sind.

Dabei wäre so vieles, so einfach. Wenn man sich selbst ein paar Regeln auferlegt. Wie z.B.:
–  Fremde Hundehalter fragen, ob Kontakt gewünscht ist.
– Wenn Kontakt nicht gewünscht ist, dann Hund zu sich nehmen, oder anleinen.
– Wird man gebeten, dass man seinen Hund nicht heran lässt, dann sollte man ihn zu sich rufen oder anleinen. (Wenn der Hund nicht hört, muss man ihn an der Leine lassen).
– Konflikten aus dem Weg gehen.
– Den eigenen Hund vor Konflikten schützen.
– Hund bei Fußgänger/Fahrradverkehr zu sich rufen und ins Sitz schicken.

Wie leicht hätte man es mit etwas Rücksicht und Verstand. Wieviele Hundetrainingsstunden, Tierarztbesuche, rechtliche Konsequenzen könnte man sich durch etwas Grips ersparen?! Ich bin mir sehr sicher, dass Hundeschulen den Großteil ihres Umsatzes genau solchen Begebenheiten verdanken. Und der Strom reißt nicht ab, weil fast jeden Tag ein Dummer aufsteht.

Wir haben mittlerweile Gott sei Dank einen Ort gefunden, wo wir hin und wieder in Ruhe spazieren gehen können. Teilen werde ich Ihn mit anderen nicht, denn wenn ein neuer „GassiSpot“ erst mal bekannt ist, dauert es auch nicht lange, bis die ersten unbelehrbaren kommen und ihre „Tut nixe“ auf unsere Hunde los lassen.

Es klingt egoistisch, aber es ist unvermeidbar egoistisch zu sein. Leider.

TRAINIEREN STATT KASTRIEREN!!!

Rüden die gerade in einer Phase des Erwachsenwerdens stecken können die Pest sein. Aber so ist das auch beim Menschen. Die Hormone drehen gerade durch. Der Hund aber auch der Mensch sind in einer sehr sensiblen Phase in der alles ausgetestet wird. Das Ausloten von Grenzen müssten wir eigentlich alle kennen. Und doch wird so viel missverstanden. Ein Hund der hoch im Trieb steht wird deutlichere Signale brauchen, als ein eher gemütlicher Genosse. Die hohen Trieblagen haben auch den Nachteil, dass der Hund in einer Phase steckt, wo er nicht immer ansprechbar ist. Der Hund wirkt unsteuerbar – was er auch im Endeffekt ist.

Es stimmt kastrierte Hunde sind steuerbarer. Die Hormone steuern den Körper, den Kopf und den Trieb. Wobei ich nicht nur den Sexualtrieb meine. Der Jagdtrieb z.B. ist bei Hunden die direkt nach Eintritt ins Erwachsenenalter kastriert wurden wesentlich niedriger. Die Hunde wirken im Allgemeinen „gemütlicher“ und durch die niedrigere
Trieblage steuerbarer. Aber das ist nur ein Querschnitt aller kastrierten Hunde. Es gibt auch Hunde, bei denen die Kastration gar nichts bewirkt – es gibt für nichts im Leben eine Garantie.

In erster Linie ist eine Kastration eins: Ein chirurgischer Eingriff, der immer ein Risiko sein wird. Nicht alle Hunde überstehen einen chirurgischen Eingriff. Viele sterben auf dem OP-Tisch oder während der Aufwachphase. Also es ist nicht damit getan, dass man den Hund zum Tierarzt gibt und dann ist alles prima. Nein das ist es auch dann nicht, wenn der Hund die OP unbeschadet übersteht. Das endokrine System des Hundes ist ein empfindlicher Organismus. Die Folgen muss leider der Hund und nicht der Halter tragen.

Warum ich das erzähle?

Weil ich will, dass die Welt erfährt, das eine Kastration nicht unbedingt alle verhaltensbedingten Probleme beseitigt. Viel mehr birgt sie ungeahnte Risiken, über die wir als Hundehalter selten von Tierärzten und Hundetrainern aufgeklärt werden. Viele Hundetrainer trainieren heute mit neuen „gewaltfreien“ Methoden. Wenn sie mit einem Hund mit ihren Methoden nicht weiterkommen empfehlen sie fast immer die Kastration, weil dann der Hund aufgrund der runtergefahrenen Hormone, und damit auch einer niedrigeren Trieblage, ansprechbarer ist.

Gerade bei Rassen, die von sich aus triebstark sind, muss man anders arbeiten. Leider wird das oft übersehen. Stur wird an Trainingsmethoden festgehalten. Damit ist dann das Schicksal des Hundes besiegelt. Dabei geht es anders. Starke Hunde – wie div. Arbeitsterrier-Rassen,  brauchen einen starken Menschen mit ebenso starken Willen. Beim Terrier im Allgemeinen trifft zu: Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Fakt ist, es sind Hunde die es in der Jagd mit Raubwild und mit Wildsauen zu tun haben. Ein Beispiel:
Beim letzten Tierarzt-Besuch ließ ich Mika gegen Tollwut impfen. Als meine Tierärztin die Nadel ins Fell jagte, zeigte er überhaupt NULL Reaktion. Er hat nicht mal mit der Wimper gezuckt. Und so einen Hund, soll man mit Samthandschuhen anfassen??

Viele wissen nicht, dass die Entnahme von Organen (dazu gehören auch Geschlechtsorgane) gesetzeswidrig ist. Warum wird trotzdem kastriert?
Das Problem ist leider: Das Thema Kastration liegt in einer gesetzlichen Grauzone,
da der Gesetzestext nur schwammig formuliert ist.

LINK

Kastrationen sind für Tierärzte lukrativ. Dadurch, dass Kastration in den Hundeschulen als Allheilmittel propagiert wird, reißt der Strom nicht ab.

Andere Wege
Wer im Hundetraining andere Wege geht und nicht die ausgetretenen Pfade mitläuft, der wird schief angeschaut und denunziert. Man wird als Tierquäler betitelt obwohl die wenigsten Ahnung haben von dem was man mit seinen Hunden tut. So erging es mir schon oft, dass „Bekannte“ sich von mir abgewandt haben. Sie ließen sich von ihrem halbstarken Rotzlöffel von Terrier anknurren. Das ist nicht mein Fall. Ich möchte meinen Hund auf den Arm nehmen können ohne das er mir am Arm hängt.

 

Hundeknigge

Die Idee einer Hundeknigge bzw. einem Leitfaden für Hundehalter kam mir, als ich mit meinen Hunden unterwegs war. Ich beobachte für mein Leben gerne andere Hundehalter. Was nicht heißt, das meine Hundehaltung perfekt ist. Um Gottes Willen! Da gibt es noch einiges zu tun und zu lernen. Wichtig ist immer: Wir müssen nicht alles perfekt können, aber wir müssen den Willen dazu haben an uns und unserem Hund zu arbeiten. Einen Leitfaden für gutes angebrachtes Verhalten bietet in meinen Augen einen guten Anfang dafür.

Wenn wir von Hundeknigge sprechen, dann meine ich keine Benimmregeln im klassischen Sinne. Viel mehr ist es ein Leitfaden für Sie als Hundehalter. Er soll Ihnen helfen das Richtige zu tun.

Knigge für Hunde und deren Halter

  1. Das Anstarren eines Kontrahenten

    Dies ist eine Drohgebärde eines anderen Hundes gegenüber. Frei übersetzt bedeutet es: Komm her ich hau Dir eins aufs Maul! Dies lässt sich durch Eingreifen vermeiden. UNTERBINDEN SIE DIESES BENEHMEN!

  2. In die Leine springen beiHundekontakt

    Auch dies sollte sofort unterbunden werden. Dies zeigt das ihr Hund an der Leine anderen Artgenossen gegenüber aggressiv ist.

  3. Leinenpflicht

    Die Leinenpflicht gilt wo sie ausgeschrieben ist (Naturschutzgebiete, etc..) Die Leinenpflicht gilt vor allem für Hunde, die nicht abrufbar sind. Wenn Ihr Hund frei läuft, und ein Fußgänger oder fremder Hundehalter Sie bittet, den Hund anzuleinen, ist dem schon aus Rücksicht und Anstand folge zu leisten.

  4. Hundetreffen an der Leine

    Absolutes No Go! Stellen sie sich nur folgende Situation vor:
    Ihr Hund gerät mit einem anderen Hund aneinander und beide Leinen verheddern sich zwischen den Hunden. Keiner der Hunde kann ausweichen. Schlimme Bissverletzungen sind vorprogrammiert. Bei solchen Zwischenfällen gab es auch schon Tote!

  5. Flexileinen

    Just one Word: Trash! Flexileinen sind in manchen Situationen praktisch. ABER: Sie geben einem noch lange nicht das Recht Gehirn und Aufmerksamkeit auszuschalten.
    Leider passiert das all zu oft. Die Menschen sind unaufmerksam und überlassen den Hund sich selbst. Hunde spüren wenn wir präsent sind oder wenn wir träumen! Gerade Flexileinen können bei unachtsamkeit brandgefährlich sein. Viel besser: Laufen Sie mit ihrem Hund an der kurzen Leine und üben sie auf ihrem Weg ein paar Dinge wie Sitz, Platz oder Bleib auf Distanz.

  6. Wildlife

    Zeigen Sie Respekt gegenüber anderen Lebewesen. Gerade zur Brut- und Setzzeit von Ende März bis Ende August sollten sie ihren Hund nicht in gekennzeichneten Gebieten laufen lassen. Dies gilt vor allem dann, wenn mit Wildkontakt zu rechnen ist. In vielen Kommunen gibt es nach wie vor Schäfer die ihre Herden auf öffentlich zugänglichen Wiesen grasen lassen.

Now you!!
Unsere Hundehalter-Knigge ist noch recht kurz. Was ist Eurer Meinung nach das A&O eines angemessenen Verhaltens in der Öffentlichkeit? Wir freuen uns auf viele Meinungen.

Use your common sense!

Use your common sense heißt so viel wie: „Benutze Deinen gesunden Menschenverstand“.

Dieser scheint jedoch nicht mehr „IN“ zu sein. Angesichts dessen, wie Hundehalter mit ihrer  Umwelt und ihren eigenen Hunden umgehen muss man davon ausgehen.

Zuerst wurde  der allgmeine Anstand so gut wie abgeschaft. Rücksichtnahme auf andere Hundehalter und Nichthundehalter fiel dem Egoismus zum Opfer überall und zu jeder Zeit mit seinem Hund tun und lassen zu können was man will. Da geht man als Normalo mit seinen Hunden spazieren und will eigentlich seine Ruhe haben, aber da kommt immer jemand, der quer schießt.  Zuletzt waren es zwei Hundehalter die sich mitten in den eh schon schmalen Weg stellten und ein Schwätzchen hielten, während der Hund des einen an der Schleppleine hing und beim Anblick meiner Beiden in das Niggeloh-Geschirr sprang, durfte der Hund des anderen frei rum laufen und fremde Leute mit ihren Hunden bedrängen. Der junge Rüde (ich schätzte ihn auf ca. 1,5 Jahre) ging fixierend auf uns zu. Während ich versuchte meine Beiden zu blockieren, rief ich seinem Besitzer zu, er möge seinen Hund an die Leine nehmen. BITTE. Es kam keine Reaktion. Meine Beiden Rüden blockierend ging ich wie auf Eiern vorbei. Der junge Rüde verfolgte uns noch eine Weile während Herrchen weiter Schwätzend keinen Finger krumm machte. Ein paar Mal kam er von hinten. Ich ging mehrmals auf den Rüden frontal zu, um ihn von meinen Hunden fern zu halten. Irgendwann hat er es kapiert und zog davon.

Sollten sie sich jetzt fragen, WARUM ich meine Hunde vor fremden Hunden in Schutz nehme, dann bitte stellen sie sich selbst folgende Frage:

„Hat mein Hund Probleme mit anderen Hunden und/oder reagiert agressiv an der Leine gegenüber fremden Artgenossen?“ Wenn Sie ihre Frage mit „Ja“ beantworten, dann haben Sie selbst verpasst einzugreifen.  Leinenagression ist ein echtes Problem, das oft von schlechten Erlebnissen kommt, die der Hund mit fremden Artgenossen gemacht hat. Die fremden Hunde wollen nicht immer spielen. Oft werden Hunde fies gemobbt während der Mensch denkt: „ach die spielen ja putzig“. Leider ist dies für das menschliche Auge nicht immer ersichtlich. Leider. Wir beurteilen Situationen leider oft falsch. Erst mit der Zeit kommt man zur Erkenntnis, was wir unseren Hunden eigentlich angetan haben. Diese Erkenntnis kommt erst dann, wenn wir entweder genau beobachten oder wenn es uns jemand sagt der wirklich Ahnung hat.

Hier kommen jetzt die  Hundeschulen ins Spiel, die munter Welpen-, Jung-, und Erwachsenenhundespielstunden anbieten. Und jetzt für alle, die es nicht wussten eine erschreckende Erkenntnis: Nein der Hundetrainer/Verhaltensherapeut ihres Hundes weiß noch längst nicht alles. Es gibt leider kein standardisiertes Ausbildungsverfahren für Hundetrainer. Die Ausbildungsinstitutionen sind sehr unterschiedlich. Manche informieren ihre Studenten nur über das Gröbste. Andere wiederum stellen namenhafte Dozenten an, die ihr Geld seit Jahren damit verdienen Hunde- und Hundeartige zu erforschen. Solche Ausbildungen sind in der Regel sehr teuer und dauern über mehrere Jahre hinweg. Zusätzlich gibt es noch jene Hundetrainer, die ihren Trainerschein über Hundevereine gemacht haben. Idealerweiße wird die Ausbildung von einigen Verbänden gestützt, was aber nicht zwangsläufig heißt, dass die Ausbildung gut ist. Auch hier muss man sich als Hundehalter auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen. Rein theoretische Ausbildungen, haben leider den Nachteil, dass einfach die Praxiserfahrung fehlt. Es gibt leider viel zu wenige Hundetrainer die wirklich gut beobachten und dann auch eingreifen. Das einzige was einem Hundetrainer wirklich hilft ist die Erfahrung und die kommt nun mal durch das Leben mit Hunden. Im Großen und Ganzen sind wir auf uns selbst angewießen. Also ist es Zeit, dass wir unseren Instinkt arbeiten lassen, denn der hilft uns am allerbesten dabei zu erkennen was richtig oder falsch ist.

Instinkt, Respekt und die Beobachtungsgabe sollten dabei helfen den Hund zu verstehen. Es kommt nicht von heute auf morgen aber irgendwann wird der Knoten aufgehen.